Saisonrückblick eines „Exoten“

Öfter mal was anderes – oder Mountain-Biker auf Abwegen? Anfang 2015 ist es passiert – Trainingslager auf Gran Canaria, Materialprobleme, Crash – damit verbunden „Gesundheitsprobleme“ und dem nicht vorhandenen Mut beim Biken hat’s auch geschadet. Operation, eine Handvoll Schrauben und feinstes Titan in die Schulter und ab sofort bei technischen Passagen auf dem Bike die Hosen voller als sonst. Also ab in die „exotische Isolation“ und Einzelzeitfahren für mich entdeckt. Was zunächst ein abgedrehtes Experiment war ist spätestens seit dem „King Of The Lake“ 2016 zur Leidenschaft geworden. Damals mit dem Rennrad völlig unterlegen habe ich Blut geleckt und mit vorgenommen, das mal richtig ernsthaft auszuprobieren. Da kam es gerade recht, dass unser Bekleidungssponsor Pactimo Zeitfahranzüge im Team-Design angeboten hat… Das passende Bike gab es im Winter auch dazu und damit war der Ausflug in „neues Terrain“ perfekt. Der große Vorteil für mich als „Angsthasen“ ist, dass beim Zeitfahren viele Aspekte, die Adrenalin und Gefahren erzeugen, einfach „außen vor“ sind. So nahm es dann seinen Lauf, Bike-Fitting und erste Ausfahrten mit dem Zeitfahrrad. Genialerweise habe ich gleich mal an einem windigen Tag meine ersten Erfahrungen gesammelt – bei Seitenwind braucht man mit Aero-Laufrädern richtig breite Straßen, um nicht gleich ins Grüne zu driften.

Nach der ersten Gewöhnungsphase ging ich dann auch gleich auf die Suche nach Rennen in erreichbarer Umgebung – und da gibt es tatsächlich eine ganz gute Auswahl. Und ein Ziel gab es auch –  in diesem Jahr sollte ein Rennen her, bei dem ich den für mich magischen Schnitt von 40 km/h knacke. Für den erfahrenen Zeitfahrer „Peanuts“ aber für mich als Quereinsteiger doch ziemlich ambitioniert – vor allem da aufgrund meiner physiologischen Eigenschaften mein cw-Wert ungefähr dem einer Schrankwand entspricht.

Der erste Auftritt war Altenstadt in der Nähe von Schongau beim Ostercup. Saukalt war’s, bei den sonnigen Momenten dürften es doch 8 Grad gewesen sein – aber es war eine Riesengaudi, mit dem neuen Zeitfahrrad ein Rennen zu fahren. Nach einigen kleineren vereinsinternen Veranstaltungen umliegende Vereine ging’s dann zusammen mit Matthias zu den Bayerischen Meisterschaften. Na ja, da ist schon noch Luft nach oben und auf einem Kurs mit mindestens 24 90-Grad-Kurven merkt man, dass auch beim Zeitfahren Fahrtechnik gefragt ist, sonst summieren sich verlorene Sekunden zu fast 2 Minuten. Und – die 40 km/h wurden nicht geknackt…

Ende September, traumhafte Kulisse, Kaiserwetter, Salzkammergut, 1.200 Teilnehmer, gesperrte Straßen, Hobbyfahrer und World-Tour-Profis in einem Rennen – die Zeitfahrveranstaltung in Europa schlechthin – „King oft he Lake“ am Attersee. 47,5 km, 300 Höhenmeter, Laktat bis zum Abwinken. Als Vorbereitung Schnupfen und Oktoberfest – „Tapering“ halt. Statt Absage „schau mer mal“… Und es hat geklappt – 40,7 km/h, Altersklasse Platz 12 und overall Platz 135 bei weit über 600 Teilnehmern im Einzelwettbewerb. Der Saisonhöhepunkt beim letzten Rennen des Jahres. Blut geleckt und gleich Ziele fürs nächste Jahr festgelegt… Ob in 2018 beim KOTL die Top-Ten in der Altersklasse und die Top-100 overall drin sind? Stay tuned…

An dieser Stelle herzlichen Dank an 3SaM Racing by Landgasthof Bären und an alle Sponsoren für den tollen Support! Ich freue mich, auch in 2018 für 3SaM Racing by Landgasthof Bären als „Exot“ dabei sein zu dürfen!

Ergebnisse:

  • Ostercup Altenstadt, EZF, 9. AK, 39. overall
  • EZF Hofolding, 16. Overall
  • Bayerische Meisterschaften EZF, 20. Hobbyklasse
  • King Of The Lake, 12. AK, 135. overall

Viele Grüße und bis bald

Thomas

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