Morgenstund hat …

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Es ist Mitte April. Endlich ist der Frühling richtig eingekehrt hier in Freiburg. Die kalten Tage sind gezählt und die Bike-Saison ist endgültig eröffnet. Doch so ganz möchte ich den Winter noch nicht begraben.

Hier im Schwarzwald war er nicht gerade berauschend. Dafür gab es Schnee seit Anfang Dezember und oberhalb von 1200 m auch gar nicht wenig. Das zahlt sich jetzt aus.

Der Morgen heute scheint ideal.

  1. Die Arbeit beginnt heute ausnahmsweise erst um 13 Uhr
  2. Die Nacht war klar und relativ kühl, der Schnee könnte also durchgefroren sein
  3. Der Morgen selbst zeigt strahlend blauen Himmel

Also auf geht`s. Einziges Problem: Der Schnee beginnt erst oberhalb von 1200 m und damit jenseits von allen möglichen Parkplätzen. Aber wozu hat man schließlich sein Bike? Mit den Ski am Rucksack geht es kurz vor sieben am Ende des Zastlertals los. Leider ist die Dynafit Pinbindung der Tourenstiefel noch nicht mit den Cleats kompatibel. So ist es ein wenig ein Geeiere aber es geht. Zu Beginn ist von Winter nichts zu spüren. Die ersten Blumen blühen, die Knospen springen schon auf und die Vögel zwitschern wie wild. Daran ändert sich die nächsten paar hundert Höhenmeter nichts. Langsam werde ich doch ein wenig nervös, ob das noch etwas wird? Das warme Wetter der letzten Tage wird doch nicht etwa allen Schnee weggezogen haben? Außerdem schmerzt der Rücken wegen dem unförmigen Rucksack. Der Rinken kommt immer näher. Außer ein paar Schneeflecken am Rand ist hier alles grün. Pünktlich zur Zastler Hütte kommt die weiße Pracht dann aber doch. Und wie! Schnee in Hülle und Fülle! Das Fortbewegungsmittel wird getauscht und ohne Gepäck steigt es sich angenehm leicht. Der Schnee ist noch hart und die Felle greifen bombig. Mittlerweile ist auch die Sonne da und macht den Morgen perfekt. Nach kurzer Zeit stehe ich schon das erste Mal am Gipfel des Feldbergs und genieße die Rundumsicht.

Die Schneemassen am Gipfel sich durchaus gewaltig. Die große Wächte ist in diesem Jahr sicher 6 m hoch. Am Gipfel gibt es Spalten, die aufgrund ihrer Tiefe an Gletscherspalten erinnern.

Die Ruhe und Einsamkeit ist um diese Uhrzeit unter der Woche einfach herrlich. Der Schnee zeigt sich in der Abfahrt vom allerfeinsten. Traumhafter Firn – nur Fliegen ist schöner! Weil es so schön war toure ich noch zwei Mal zum Gipfel und cruise bergab, bevor es schließlich mit dem Rad zurück ins noch schattige Tal geht.

Kurz nach Neun bin ich zurück am Auto und nach diesem grandiosen Morgen bestens gelaunt für den gerade erst beginnenden Tag.

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