Training jetzt im Familienverbund oder wie familienfreundlich ein e-Bike sein kann

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So ein Mist …, das ist doch kein Radfahren…, ist doch was für Rentner….
Was kursieren nicht alles für Sprüche zum Thema e-Bike.

Szenenwechsel 6 Jahre zurück: …ich geh trainieren, 2,5 bis 3h mit 10 Intervallen. OK, schade, wäre gerne mitgefahren aber das ist mir zu viel und zu schnell, kommt es aus dem Hintergrund.

Jeder der ambitioniert, meistens im zweistelligen Stundenbereich pro Woche trainiert, kennt dieses Szenario. Bei uns hat es sich so oder so ähnlich über viele Jahre hinweg abgespielt. Sind wir zusammen gefahren ob Rennrad oder MTB war der Leistungsunterschied so groß, dass viel Geduld auf der einen und große Anstrengung auf der anderen Seite dazu führte, dass es beiden nicht wirklich Spaß machte. Somit haben sich diese gemeinsamen Ausfahrten auch immer mehr in Grenzen gehalten.

Mittlerweile hat sich meine Marathon-Renn-Karriere gesundheitsbedingt zum sportlich ambitionierten Radler gewandelt aber es wird auch heute noch schnell gefahren. Mit weniger Struktur, Druck und mehr Genuß.

Im Sommer 2017 hat sich meine Frau ein e-Bike, ein Scott Enduro Fully mit Shimano Step 8000 Motor gekauft. Wie haben zusammen sehr viele Räder und unterschiedliche Antriebe getestet und die Wahl fiel schließlich auf das Scott.

Die ersten Ausfahrten und das Kennenlernen wie man zusammen fahren kann fanden dann direkt im Urlaub in Frankreich statt. Weitere gemeinsame unregelmäßige Ausfahrten im Herbst deuteten auf jeden Fall auf möglichen gemeinsamen Spaß hin.

 

 

 

 

 

 

In der Saison 2018 sind wir dann von Anfang an jede Einheit zusammen gefahren, jeweils zwischen 2,5 und 3 Stunden. Mittlerweile auch super synchronisiert und beide mit viel Spaß kann ich wirklich richtig trainieren, wie in härtesten Tagen wenn ich will und Karin ist jederzeit in der Lage das Tempo zu bestimmen und mir ein Moped-Training zu verordnen. Gleichzeitig können wir auch gemeinsam bis zu 3,5h eine für mich schnelle Grundlageneinheit fahren ohne, dass Karin überlastet wird.

Nach dem sich jetzt auch der Schnee zurück zieht ging es Mitte April auch zum ersten Mal in Richtung Rinken und Feldsee. Ein paar Schneestellen mussten noch passiert werden und auch da zeigt sich das Fully mit den 27,5 Plus Enduro-Reifen als gute Wahl. Während ich mit abgefahrenen 29er 2,25 Reifen passen muss, zieht Karin mit der e-Unterstützung locker durch.

 

 

 

 

 

 

Ganz nebenbei ist das Bike für Karin auch eine massive Hilfe in Bezug auf Sicherheit bei der Abfahrt ob auf Teer oder Schotter, etwas was Karin wirklich gar nicht gern machte und sich bisher deutliche Wartezeiten bei den Abfahrten ergaben, ist auch jetzt auf dem Weg Spaß anstatt Stress auszulösen.

Alle Sprüche über e-Bikes haben sich für uns massiv relativiert. Für uns stellte sich schnell die Frage wieso wir das nicht früher gemacht haben. Die emotionslose einzig richtige Antwort ist:  …weil es solche Bike’s vor 5 Jahren noch nicht gab. Von der Geometrie wie auch den Motoren und den Fahrzeiten hat sich in den letzten 24 Monaten eine massive Entwicklung ergeben, so zB die Motoren von Shimano und Brose.

Bei aller Unterstützung soll aber nicht vergessen werden, dass das e-Bike nur unterstützt und erstmal Beinkraft und Kondition voraussetzt. Auch sind 3.5 Stunden wirklich nur im eco-Modus möglich und somit trainiert Karin auf Ihrem Niveau genauso wie ich.

Ich kann diese Kombi wirklich jedem Paar sehr empfehlen. Beide haben Spaß, können auf Ihrem gewohnten Niveau fahren, wenn der e-Bike Fahrer sich zurück hält und somit verbringt man gemeinsam mehr Zeit miteinander. Mit dem e-Bike führt der geliebte Sport nicht zu Verdruss sondern mehr gemeinsamen Spaß in der Natur.

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