Zillertal Bike Challenge

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Schön, wenn man den Jahresurlaub mit zwei MTB-Rennen verbinden kann. Nach dem Sella Ronda Hero verbrachten wir weitere 10 Tage in den Dolomiten. Bei traumhaftem Wetter erlebten wir fast täglich neue Highlights dieser tollen Region. Ein besonderes Erlebnis war die 10-stündige Wanderung auf den Schlern, von dem wir einen herrlichen 360°-Panoramablick zu den Sellastöcken, dem Rosengarten, dem Ortler und der weiteren Bergwelt geniessen konnten.  

                

Auf dem Weg zur Zillertal Bike Challenge und auf der Suche nach für uns noch nicht erschlossenen Regionen entschieden wir uns aufgrund unserer Begeisterung für Biathlon für einen Zwischenstopp im Antholzer Tal. Dieses Tal und der gleichnamige See haben uns direkt so gut gefallen, dass wir uns einig waren: hier werden wir noch einmal herkommen, um die Umgebung näher zu erkunden.

Auch Erinnerungen an die TransAlp 2016 wurden geweckt, als wir den Felbertauern und Mittersill passierten. Ganz besonders in Erinnerung hatten wir den Abend bei Käthi mit leckerem Essen und einer Riesenportion Kaiserschmarrn. 

Nicht ganz so freundlich empfing uns dann das Zillertal mit jeder Menge Regen. Auch wenn dieser noch während der Akkreditierung anhielt, stimmte uns die Wetterprognose für die Renntage doch zuversichtlich. Schon bei dieser Eröffnungsveranstaltung zeichnete sich ab, dass die Zillertal Bike Challenge ein sehr familiäres Event sein wird. Bei mehreren Flaschen Almdudler und leckerer Pasta trafen wir alte Bekannte und lernten neue Biker kennen. 

Pünktlich zum Start der ersten Etappe klarte der Himmel auf und wir sahen zum ersten Mal, wie schön das Zillertal eigentlich ist. Aber auch auf welche Herausforderungen wir uns in dieser alpinen Landschaft eingelassen hatten. So waren direkt am ersten Tag 3042 hm auf einer Strecke von 68 km zu bewältigen. Direkt am ersten Anstieg sortierte sich das Feld und es wurde klar, in welchem Fahrerumfeld man sich in den nächsten Tagen immer wieder begegnen würde. Selten habe ich unter den Bikern ein solch sportliches und faires Verhalten erlebt. Selbst im später noch eng werdenden Altersklassenkampf reichte mir mein direkter Konkurrent eine seiner Trinkflaschen, als ich meine verloren hatte. Zufrieden mit meiner Leistung endete die erste Etappe in Zell am Ziller. 

Am zweiten Tag galt es direkt 1900 hm am ersten Anstieg bis zum Übergangsjoch zu erklimmen. Mit dem nötigen Respekt und der Disziplin nicht zu überpacen gelang es mir den zweistündigen Anstieg ohne Einbruch und mit Freude zu bewältigen. In einer rasanten Abfahrt ging es über einen flowigen Singletrail hinunter nach Gerlos, um dann sofort wieder mehrere hundert Höhenmeter zur Gerlostal- und zur Kreuzwiesenalm hinaufzufahren. Die gefühlte Steigerung zur ersten Etappe bewies sich dann auch im Ziel: ich konnte mich um sechs Plätze in der Gesamtwertung verbessern. Bereits bei der Pastaparty drehte sich alles um die spektakuläre Auffahrt zum Tuxer FernerHaus am folgenden Tag. 

Die 3.Etappe führte von Mayrhofen zuerst einmal 1500 hm hinauf bis zum Penkenjoch. In der nicht sehr anspruchsvollen Übergangspassage zur Wanglalm konnte ich einen Blick auf den Schlegeisstausee und den Olperer mit seinem umliegenden Gebirge werfen. Dies war sehr beeindruckend. Bei der letzten Abfahrt galt es Kräfte und Material zu schonen, um dann mit den letzten Reserven die zahllosen bis zu 29 % steilen Kehren bis zum Tuxer Fernerhaus zu bewältigen. Um die Motivation nicht zu verlieren, verbot ich mir den Blick nach ganz oben. Statt dessen fokussierte ich mich auf die einzelnen Abschnitte zwischen den Kehren. Die letzte Kehre und die Einfahrt unter dem Zielbogen vor dem Gletscher werden mir lange in Erinnerung bleiben.

(Quelle: Youtube, Zillertal Bike Challenge 2018, Minute 1:18)

 

                                  

Die gemachten Erfahrungen bei der TransAlp sowie die vielen Tipps und Hinweise meiner erfahrenen Teamkollegen konnte ich in diesem Rennen gut umsetzen, indem ich mich jeden Tag so einteilte, dass ich mich täglich steigern konnte. Dadurch konnte ich auch bei der finalen Etappe nochmals Plätze gutmachen. In der Gesamtwertung der Kategorie „King & Queens“ mit einer Strecke von 188 km, 9100 hm und Steigungen bis zu 35 % belegte ich Platz 61 und in meiner Altersklasse Rang 7.

Ein sehr schöner Ausklang fand im Anschluss unter den Fahrern und ihren Betreuern auf der Terrasse des Tuxer Fernerhauses bei strahlendem Sonnenschein statt. Vielen Dank an meine Freundin Melanie für die perfekte Betreuung während der anstrengenden Renntage.

            

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