Rad am Ring 2018 – von der Spontanidee zum Teamevent

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Letztes Jahr fand zum ersten mal im Rahmen von Rad am Ring ein MTB Marathon statt. Andreas und ich fuhren an den Ring um mal zu sehen wie das mit der Nordschleife als MTB Marathon so funktioniert. Als Betreuerin war Franzi mit dabei und schaute sich das Ganze ebenfalls an… Jedenfalls viel im Laufe des Nachmittags der magische Satz: „So ein 24-Stunden Rennradrennen könnte ich mir auch mal vorstellen.“ Merke, lasse nie auf so einer Veranstaltung unbedacht so einen Satz fallen, denn der Rest ist kurz erzählt. Vier Tage später war das 4er Team gemeldet. Franzi, Andreas und Kris waren fix… den letzten Platz im 4er Männerteam (Mixed gibt es am Ring nicht) sicherte sich Thomas direkt nachdem die Info in unserem Team bekannt wurde.

Das schöne am Ring ist, es gibt unglaublich viele Rennen. Rennrad, MTB, Tourenfahrten, 24 Stunden, Marathon… für Jeden ist was dabei.

So war es auch keine Überraschung, dass wir nicht die einzigen Teamfahrer am Ring waren. Wie letztes Jahr machte sich auch Matthias wieder auf den Weg an den Ring um beim 75 km Rennradrennen zu starten. Und das Beste auch er war das ganze Wochende am Ring.

Komplettiert wurde die Reisegruppe des 3samRacing Teams nun noch durch Kerstin, Paulina und Melanie.

Chronologie des Wochenendes:

26.07.2018 die Ruhe vor dem Sturm bzw. Tetris in Perfektion: Donnerstag wurde überall gepackt und noch mal kurz per Whatts-App Gruppenchat die letzten Feinheiten abgestimmt. Wer hat ne Kabeltrommel, wer nimmt Pumpe etc mit. Ziel war es möglichst alles dabei zu haben ohne Dinge 5 fach besetzt zu haben. Die Eifel spielt hier eine große Rolle: Mann muss auf alles gefasst sein, von Sonne über Regen, von warm zu kalt, einfach alles. Das Ergebnis war wohl überall gleich. Rein ins Auto, nochmal raus, wieder rein… Es mussten ja Pavillion / Zelt / Taschen / Räder / Liegen / Tische / Kocher / Grills … alles was man halt so für 24 Stunden braucht verstaut werden. Die gute Vorplanung hatte gezeigt, Auto voll und das gute Gefühl nix vergessen zu haben ist da. (Was nicht bei mir im Auto ist haben die anderen. 😉 )

27.07.2018 36 Grad und es wird noch heißer: Tag der Anreise und der Wetterbericht war der Wahnsinn. Mit jedem Kilometer weiter Richtung Ring wurde es wärmer. Und so fuhren Franzi und ich gegen 18 Uhr auf den Nürnburgring und kurze Zeit später in unsere zugewiesene Parzelle ein. Wieder Tertris! Nur diesmal stand da so halb ein Camper neben uns der da nicht hingehörte bzw, der zu viel Platz nutzte. Hatte sich aber sehr schnell erledigt, da unsere Nachbarn es vorzogen (24 Stunden 2 er Team mit 2 verschiedenen Parkplätzen macht aber auch echt kein Sinn) umzuziehen. Hatte den Vorteil, dass wir noch mehr Platz hatten :o). Auto geparkt, Pavillion aufgebaut und den ersten Kaffee gekocht. Da kamen auch schon Matthias Kerstin und Thomas um die Ecke gerollert. Kurzum, nach dem Abendessen ging es zu den Anderen (Sie hatten sich in unmittelbarer Ringnähe in ein Hotel eingebucht) um noch etwas zu trinken. Zurück am Zelt wollten wir eigentlich schlafen, bis um 2 Uhr hörte man aber die diversen Rennstrategien der Nachbarteams, Musik oder es war einfach zu warm. Wir hatten immer noch 27 Grad! Die Nacht war auch recht schnell vorbei, schließlich kam Andreas Punkt 06:30 mit seinem Bulli. Also raus aus dem Zelt und ab ans Tor, um Andreas aufs Gelände zulassen. Nachdem sein Bulli jetzt auch da war konnten wir unser Fahrerlager fertig basteln und uns so langsam in die Rennklamotten werfen. Wer fährt die erste Runde?

„Ich habe 3252 B, ich C und ich D… waren die Antworten die ich hörte“… klarer Auftrag. So rollte ich gegen 12:30 auf die Startzielgerade der Grandprixstrecke.

28.07.2018 12:42 Der Startschuss ist gefallen – The heat is on! Es ging los zusammen mit 650 weiteren 4er 24 h Teams, war das Rennen gestartet. 42 Grad und subtropische Hitze bis zur Hohen Acht (höchster Punkt der Strecke), Puls am Limit und dann wurde es nass. Der prognostizierte Regen des Samstags war da. Zum Glück nur kurz und einmal heftig. Dadurch ging aber auch die Temperatur etwas zurück und wir hatten nur noch 29 Grad. :o) nach knapp 56 Minuten war ich dann zurück im Fahrerlager und übergab den Staffelstab (Trinkflasche) an Thomas. … Thomas auf Franzi… Franzi auf Andreas… Andreas wieder an mich.

Zwischenzeitlich war auch Matthias zu seinem 75 km Rennen gestartet…. Wir spulten weiter eine Runde nach der anderen ab … Matthias war im Ziel… Wir spulten weiter eine Runde nach der anderen ab bis es 0:30 war. Ab jetzt stellten wir auf je 2 Runden um, so daß jeder von uns etwas länger mal schlafen konnte. Wir Jungs fuhren die Nacht und um 05:30 kam Franzi dann wieder zum Renngeschehen zurück. Wir hatten einen Deal, wir fahren die Nacht und Sie macht uns morgens dann Rührei. Ihr glaubt gar nicht wie genial so 6-7 Eier sind wenn man sich sonst ausschließlich von irgendwelchen süssen Getränken ernährt. Danke.

Das schönste ist aber, das Leben im Fahrerlager. Das Licht dämmert, der Grill wird angemacht, alle Sitzen zusammen haben eine gute Zeit (Das Versorgungskommando hatte Steaks, Würstchen, Baguette, Käse, Salate …bereitgestellt) diverse Kaltgetränke waren ebenfalls da, eigentlcih wie auf nem Zeltausflug zu Kindeszeiten… bis wieder einer um die Ecke kommt und sagt. Du bist dran … Muss man einfach erleben, kann man nicht beschreiben.

29.07.2018 12:23 gemeinsame Zieldurchfahrt mit Gänsehaut: Der Sonntag ist relativ schnell erzählt. 12:14.59 muss man über Startziel fahren um noch eine Runde zu komplettieren. Also nachdem die Nacht rum war waren es noch 6 Runden. Jeder eine, 2 fahren noch 2… Wer fährt was ist jetzt nicht immer einfach, da sich 24 Stunden inkl. Schlafmangel und diverse wunde Punkte jetzt doch bemerkbar machen.  Aber wir haben es geschafft. Thomas fuhr die letzte Runde. Andreas, Franzi und ich fuhren an den Beginn von Startziel um ihn in Empfang zu nehmen. Das Ende der 24 Stunden bedeutet das Team fährt zusammen durch das Ziel. Und da war er der Moment warum man dieses Rennen fährt. Die Teams hatten untereinander so viel Respekt, dass jedes Team seine eigenen 50-100 Meter Abstand zum anderen einhielt. Die Startzielgerade gezäunt von tausenden Menschen gehörte nun uns… nur uns … und so fuhren wir gefühlt alleine durch die Menge über die Ziellinie um unsere verdiente Medaille zu erhalten.

Gänsehaut pur.

Für die Statistikfreunde: Insgesamt sind wir 24 Runden gefahren. Das macht 642,72 km. Dazu kommen schlappe 13872 Höhenmeter ;0)

Hier die Ontöne zum Wochenende:

Franziska Straub: Aus einer Schnapsidee ist Ernst geworden. Wer mich kennt, weiß, dass ich gar nicht so sehr auf dünne Reifen stehe und schon gar nicht auf Rennen. Ich habe mich schon in dem ein oder anderen Rennformat ausprobiert, aber immer wieder festgestellt, dass Rennen irgendwie nichts für mich sind. Aber wie lautet das Sprichwort: „Öfter mal was Neues!“ Ein 24h-Rennen habe ich bisher nur als Betreuerin erlebt und das fand ich furchtbar anstrengend. Als Fahrerin ist das bestimmt anders… hahahaha. Kommen wir mal zu Rad am Ring. Es war ein tolles Erlebnis. Ich war vor meiner ersten Runde aber echt ganz schön aufgeregt. Wie ist das so mit dem Rennrad auf der Rennstrecke, wo normalerweise Autos fahren? Wie komme ich mit der Geschwindigkeit zur Recht? Sind die 500 hm pro Runde steil? Steil ist relativ, aber sie sind ganz schön anstrengend und Kräfte raubend. Die ersten beiden Runden gingen noch, aber ab der 3. Runde brauchte ich Musik auf den Ohren. Ich habe innerlich gesagt: „ich mach das nie wieder“. Nach der 4. Runde wollte ich dann auch nicht mehr. Der fehlende Schlaf, die gereizte Haut und die Anstrengung haben sich bemerkbar gemacht. Nach ganz viel „mimimimimi“ ist Thomas noch einmal aufs Rad gestiegen, obwohl er mir beim leckeren Rührei noch gesagt hat dass er froh ist, dass es für ihn nun vorbei ist. Daher bin ich Thomas immer noch sehr dankbar, dass er die letzte Runde für mich gefahren ist. Mit dem gemeinsame Rollen über die Ziellinie war aber die Anstrengung wie vom Winde verweht und die Entscheidung ich würde es wieder tun war da. Ja, ihr glaubt es kaum, ich würde es wieder tun. Also, wer mag dabei sein in 2019?

Vielen Dank an meine Teamfahrer Kristian, Andreas und Thomas, dass ihr in der Nacht 2 Runden am Stück gefahren seid, damit ich etwas Schlafen kann und an unsere Betreuer Melanie, Kerstin und Paulina für das Rundherum, das Anfeuern und die Fotos.

Thomas Brunner: Zunächst war der Gedanke, eine verrückte Idee, vielleicht ein Punkt auf der „Bucket-List“-Teilnahme am 24 Stundenrennen auf dem Nürnburgring. Erst Monate weg, dann – wie Weihnachten – plötzlich da. Aufregung, Vorfreude, Respekt… Nach einer Nacht drüber schlafen hat sich der erste Eindruck verfestigt – das war mal ein richtig cooles Erlebnis! Und die Krönung: ein Radsporterlebnis im Team, was echt sensationell war. Gemeinsam gefreut. Spaß gehabt, Freud und Leid geteilt – und als Krönung gemeinsam durchs Ziel gerollt. Gänsehaut pur! insgesamt war das schon der Hammer – Nordschleife Nürburgring, 26 km je Runde, fast 600 hm – vom feinsten. Es hat soviel Spaß gemacht, dass ich sage gerne wieder. Vielen Dank an das Team und alle Supporter! Coole Nummer! Übrigens – ich bin der Meinung wir können auf unsere Performance echt stolz sein!Erstes Drittel des Teilnehmerfeldes mit über 650 4er Teams hat was!

Andreas Claren: Dem ist meinerseits nichts mehr hinzuzufügen. Schaut Euch die Bilder an ;o)

Matthias Lysk:  Wie im letzten Jahr bin ich beim 75KM Jedermann Rennen gestartet, also 3 Runden auf der Nordschleife.  Als Ziel sollten es die Top20 werden mit einer Zeit um 2:05h, damit das klappt habe ich es mit Physik probiert und mir ziemlich genau ausgerechnet was ich am Anstieg – der hohen Acht- auf das Pedal bringen muss damit ich vorn im Feld mit drüber komme.

In Zahlen geht es darum den 4,2KM langen und im Schnitt 6% steilen Anstieg mit 420watt zu fahren damit die Zielzeit von 11:30 Minuten raus kommt.  Zumindest in der ersten Runde :o)

Im Rennen lief es für mich zu Beginn ganz gut und ich konnte bis 500m vor der Kuppe auch vorn dran bleiben, der letzte Rest hat dann 11% im Schnitt und für mich an dem Tag zu steil so das ein Loch nach vorn aufgegangen ist.  Da wärst gern paar KG leichter :o) .

Im Bild sieht man das ganz gut wie schnell man auch auf 500m mal 45 Sekunden verlieren kann. Die farbige Linie markiert den Abstand -oder auch mal Vorsprung :o) -zu den ersten drei.

Der Rest ist dann schnell erzählt und ich bin die restlichen 60km in einer kleineren Gruppe zu Ende gefahren.  Von der Platzierung war es Platz 28 gesamt von 600 Startern und 15ter in der AK.

Kristian Straub:

Einfach ein unglaubliches Wochende. Perfekte Organisiation des Veranstalters und eigentlich kann ich mich auch Thomas Worten nur anschliessen. Danke an alle die dabei waren, ihr habt das Wochende am Ring zu dem gemacht wie es war. Einfach unvergesslich. Melanie, Kerstin, Paulina und Grillmeister Matthias… Danke für das Anfeuern, die Fotos und das Essen, dem Pedalist ganz besonders noch für unser Teamzelt.

Franzi, Andreas und Thomas… Es war mir eine Ehre mit Euch zu fahren. Ich bin noch nie in einem so miteinander harmonierendem und koordiniertem Team ein 24 Stunden Rennen gefahren. Hier hat einfach alles gepasst und alles hat perfekt ineinander gegriffen. Jederzeit wieder…

Der Ring sieht uns wieder

Franzi, Kerstin, Melanie, Paulina, Andreas, Thomas, Matthias und Kristian

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