Spaß im Wurzelmeer – 3 Länder Enduro Trails in Nauders/Reschen

Da mir die Heimfahrt vom Stonemanabenteuer zu ätzend war, endete diese bereits auf der Hälfte der Strecke. Und zwar in Nauders. Genau dem mir noch unbekannten Bikegebiet, von dem mir jeder vorschwärmte. Jetzt weiß ich auch wieso; ich glaube ich habe eine neue Lieblingslocation gefunden 😀

Aufgrund der müden Beine vom Stoneman (kein Wunder so viele HM in kürzester Zeit bin ich vor einem Jahr das letzte Mal gefahren) entschloss ich mich nach der Ankunft mal Tourist zu spielen. So rollte ich rüber nach Reschen an die versunkene Kirche. Ich muss sagen, die gibt echt ein super Fotomotiv ab, erst Recht wenn im Hintergrund bei strahlendem Sonnenschein noch das verschneite Stilfserjoch leuchtet. Nach dem Relaxen am See wurde es mir dann aber doch schon wieder zu langweilig, und ich nahm 300hm in Angriff, um mal einen Vorgeschmack auf die Trails zu bekommen. Die Quälerei hat sich gelohnt und hat mir gezeigt, dass grobstollige Reifen doch die bessere Wahl im Vergleich zu Semislicks sind 😀 Tags darauf ging es mit der ersten Gondel um 8:30 Uhr hoch zum Bergkastel und nach einem obligatorischen Fotostopp direkt auf den Almtrails; schon mal nicht schlecht. Anschließend wieder bergauf, denn ich war ja auf der 3 Länder Enduro Runde die immer wieder Anstiege enthielt, was es noch abwechslungsreicher machte. So war ich dann Recht schnell, am nächsten Fotostopp, den Panzersperren, also wieder Pause und dann zügig weiter, es galt ja keine Zeit zu verschwenden. Und schon wurden die Trails ruppiger, rutschiger, steiler und anspruchsvoller, zur Krönung teilweise sogar mit Blick auf den blauen Bergsee, genau nach meinem Geschmack. Wobei ich zur frühen Stunde noch etwas unbeholfen unterwegs war.
Im Anschluss wurden die Schönebentrails mehrfach gerockt, welche mir wärmstens empfohlen wurden, keine Ahnung weshalb 😀 Um dann nach der Querung über blaue Flowtrails mit der ein oder anderen Überraschung oben auf der Haideralm Mittagspause zu machen. Nach 3000 vernichteten Höhenmetern hatte ich mir die Schlutzkrapfen unter der Nine Knights Burg auch redlich verdient. Mit vollem Bauch ging es dann auf den schwarzen Haideralmtrail, den angeblich anspruchsvollsten in dem Gebiet. Der machte auch echt Spaß, vor allem war er weniger anstrengend als die roten Schönebentrails, merwürdig. Wieder oben, galt es sich auf den Rückweg zu machen, zum Glück traf ich eine Dame aus der Pfalz mit ihrem Bruder wieder, so dass wir Pendelei zurück zu Dritt in Angriff nehmen konnten. Leider haben wir uns am Tag darauf doch nicht mehr gesehen. Hat Spaß gemacht mit euch, danke, vielleicht sieht man sich ja mal wieder 😉
Kurz vor 16 Uhr ging es dann in den langen Anstieg, da ich keine Lust hatte, über die Straße zurück nach Nauders zu rollen. Schneller wie erwartet war ich dann nach 40min Transfer endlich oben am Einstieg der 3Länder Enduro Trails, was eine landschaftlich traumhafte Passage mit herrlichen Ausblicken und dem eindeutig längsten Wurzelfeld das ich bisher irgendwo gefahren bin bereit hielt. Traumhaft. Aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit ging es dann vom Mutzkopf über den GerryTrail und das Riatschwegli, was ich bereits vom Vortag kannte, direkt ins Hotel. So langsam knurrte auch bereits wieder der Magen, so dass der Flüssigkeitshaushalt schnell ausgeglichen und das Essen auch in Rekordzeit vernichtet wurde. Am Ende des Tages standen dann 5000 Tiefenmeter zu buche, entsprechend fühlten sich auch meine immer noch von den viel zu vielen Uphillhöhenmetern beim Stoneman an. Mit dem Compex versuchte ich sie wenigstens wieder ein klein bischen zu lockern, denn ich hatte ja noch für 2 weitere Tage ein Liftticket.

Tags darauf ließ ich es entspannter angehen, machte mich aber wieder über die gleichen Trails Richtung Reschen und Schönebenlift, nur die Haideralm ließ ich links liegen. Das Mittagessen in Form einer rießigen Portion Kaiserschmarrn gab es auf der Reschneralm kurz vor Ende des langen Transfer-Anstiegs. Über kurze Pausen inkl. Fotostopps am grünen und schwarzen See (den hatte ich am Tag davor verpasst) ging es zurück an den Mutzkopf, denn da gab es noch viel zu viele unbekannte Trails zu entdecken. Aufgrund der bereits matschigen Beine ging es schnurstracks in den schwarzen Elventrail. Puuhhh, der war der Hammer, aber teilweise doch verdammt rutschig, steil in den Canyon-artigen Passagen und verblockt. Natürlich machte ich immer einen großen Bogen um die Chicken-Way-Schilder. Wobei ich diese bei der zweiten Befahrung im Anschluss an den Green Trail (Name passt perfekt und ein Greenkeeper war auch unterwegs) doch befuhr, wobei Chicken Ways waren das nicht 🙂 Aufgrund meiner bereits nicht mehr optimalen Verfassung hing ich viel zu oft in den Bremsen, ätzend, aber lustig wars trotzdem.

Ausgeruht wurde dann im Sessellift um noch die anderen Trails zu befahren. Echt erstaunlich, wie jeder Berg mit seinen Strecken auf der Runde seinen eigenen Charakter hat, so wird es defintiv niemals langweilig und es ist auf jeden Fall für jeden etwas dabei. Achso, wer Wurzeln nicht mag, der sollte das Gebiet meiden oder noch besser als therapeutische Maßnahme nutzen, denn danach machen einem die Millionen schräg-, quer- und Längswurzeln sicher nichts mehr aus 😀 Zum Ende des Tages blieb die Uhr bei weiteren 4000 Tiefenmetern stehen und so entschloß ich mich, da mir inzwischen alles weh tat, ja sogar ohne zu stürzen (das muss an den viel zu vielen Uphillhöhenmetern in den Dolomiten gelegen haben) am 3. Tag doch bereits über die Schweiz nach Hause zu fahren. Viel zu schnell war somit der 7-tägige Bikeurlaub vorüber und ich bin mir sicher, dass ich spätestens nächstes Jahr wieder am Reschen sein werde. So jetzt heißt es erstmal etwas relaxen, bevor es zum Urlaubsabschluss noch nach Livigno geht. Freu 😀 Zum Glück fast nur bergab, hoch gefahren bin ich für dieses Jahr genug 😀 Grüße Sebastian

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