Auf Trailsuche in Ligurien

Nicht zum ersten Mal stand dieses Sylvester mal wieder Ligurien im Ferienplan. Dieses Jahr sollte es in den südlichen Teil Liguriens nahe Sestri Levante gehen. Nach einigen Recherchen im Internet stand fest, dass es durchaus fahrbare Trails zu geben schien. Also das Mountainbike statt dem Rennrad eingepackt.

Vor Ort war dann tatsächlich das erhoffte, angenehme Klima vorhanden, viel Sonnenschein und wohlige Temperaturen.

Die erste Tour war ein Track, den ich im Internet gefunden hatte. Nach kurzer Zeit war der Einstieg gefunden und sogleich ging es mächtig zur Sache. Lose Schuttflächen, schmale Wege, tiefes Laub, Dornen und Gestrüpp.

Bald war klar, dass es mehr auf einen Kampf als auf einen flowigen Vormittag rauslaufen würde. Nach zahlreichen Abgängen über den Lenker wegen unvorhersehbarer Gräben und anderer Fallen, nach einigen Verirraktionen und nachdem die Unterarme und Waden durch die vielen Dornen aussahen, als ob man ausgepeitscht wurde, ließ die Euphorie doch rapide nach. An ein kontinuierliches Fahren war nicht zu denken. Umgestürzte Bäume, weggeschwemmte Wege, Wege die im Nichts endeten, machten aus der Radtour eine Wandertour mit Zusatzgewicht.

Nach dieser Ernüchterung verlegte ich meine Ausfahrten die folgenden Tage dann doch lieber auf die Straße, wobei Straßen hier in Ligurien nicht immer auch Asphalt bedeuten und ebenes dahinrollen sowieso nicht im Geländespektrum enthalten ist.

Für eine Längere Tour hatte ich dann doch einen kleinen Forstwegabschnitt eingeplant. Nach kurzer Zeit bereute ich meine Routenwahl bereits wieder. Völlig unfahrbare Wege beuteten einmal mehr Schieben und Tragen. Ich verfluchte die ligurischen Trails bei diesem ewigen Geschiebe.

Irgendwie schien das Gefluche aber doch fruchtbar gewesen zu sein, denn ab da folgte ein genialer Trail am anderen. Mit einem Mal war die üble Schinderei vergessen und die Farben, die Wärme, die Einsamkeit und die anspruchsvollen, aber fahrbaren Trails entschädigten für die Unannehmlichkeiten davor. So ging es kilometlang durch eine fantastische, karge Gebirgslandschaft mit Fernsichten bis nach Korsika und zu den Alpen. Auftanken der Seele für die noch anstehenden trüben und kalten Monate in Deutschland.

Fazit: Mal wieder Glück gehabt – oder: Das Glück ist mit dem Tüchtigen.

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