Tortour Gravel

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Februar, Schweiz, klingt nach einem ordentlichen Skiurlaub. Tatsächlich geht es um die Teilnahme an dem bis jetzt einzigsten Mehrtagesrennen im Gravel-Segment. 180 Kilometer galt es in den drei Tages-Etappen zu bezwingen. 

Die Wetterprognosen stimmten uns, Dirk Edinger und Andreas Claren, im Vorfeld sehr zuversichtlich. Leichte Plus-Grade, Trockenheit, Schnee und Eis nur auf den höher gelegenen Abschnitten.

Prolog (8×2,5 km)

Bei frühlingshafter Witterung ging es mit einem Rundkurs, der achtmal bewältigt werden musste, durch das Kieswerk von Glattfelden. Dirk fand sofort in den Racemodus und spulte die Runden wie ein Schweizer Uhrwerk ab. Mir fiel es dagegen sehr schwer einen Rhythmus zu finden. Die vielen Antritte nach den Kurven und technische Abschnitte brachten mich sehr früh in den roten Bereich. Die letzten Runden fuhren wir dann im Tandem wobei ich mich im Windschatten sehr wohl fühlte. Mit zwei Minuten Rückstand auf die vorderen Platzierungen ließen wir den Tag mit Zuversicht auf die nächste Etappe ausklingen.

Etappe 1 (74 km 1500 HM)

Allein die reinen Zahlen machten die heutige Etappe schon zur Königsetappe. Als zusätzliche Herausforderung wurde beim Briefing auf die zu erwartenden glatten Streckenabschnitte sowie Tiefschneepassagen hingewiesen. Neutralisiert ging es raus aus Glattfelden schnell konnten wir uns im vorderen Bereich der 120 Starter platzieren. Bis KM 12 lief es perfekt. Beim ersten langen Anstieg gab es direkt einen Vorgeschmack auf das, was uns bei der Abfahrt erwarten wird: Eisplatten über die ganze Breite des Weges – Ausweichen ist nur bedingt möglich. So wurde die Abfahrt zur Schlitterpartie, die dann in einem Sturz von Dirk endete. Das Rennen konnten wir nicht fortsetzen.

Etappe 2 (84km 900 HM)

Leider musste ich das Rennen ohne meinen Teamkollegen außerhalb der Wertung in Angriff nehmen. Etwas geschockt von den Ereignissen des Vortages ging es eher verhalten los. Aufgrund der genialen Streckenführung fand ich schnell in den Racemodus und in eine flotte Gruppe. Die Strecke führte heute durch das Zürcher Unterland ohne Eis und Schnee. Genau so stellte ich mir immer ein Gravelrace vor. Flowige Trails entlang des Rheins wechselten sich mit Forst- und Waldwegen ab. Tragepassagen aber auch Highspeed-Abschnitte rundeten das Streckenprofil ab.

Wer im Winter eine Herausforderung sucht, dem können wir dieses Event wärmsten empfehlen. Unser Fazit: Top organisiert, familiär und freundlich